Das Human Design System - Teil 2

Die 4 Typen

hds_4typen_400Bekanntlich gibt es 4 unterschiedliche Blutgruppen mit z.B. empirisch nachgewiesenen Einflüssen auf die Ernährung.

Analog dazu unterscheidet das HDS 4 Grundtypen von Menschen. Diese haben stark differenzierende Eigenschaften. Wenn alle Menschen ihre Strategie kennen würden und danach lebten, wäre das nach meiner Überzeugung ein wahrer Quantensprung an globaler Lebensqualität. So aber erleben wir nur das Durcheinander gegenseitiger Propaganda und daraus abgeleitet die Identifikation mit einer fremden Strategie.

Die 4 Typen werden nachstehend einzeln beschrieben.


Der Typ des Manifestors
manifestor_bush_4008% der Bevölkerung gehören zu diesen Machern. Diese Minderheit dominiert den Diskurs über Erfolg und Versagen. Diese Menschen der Tat handeln ohne Rücksichtnahme auf andere. Deshalb haben sie den Ruf, unberechenbar zu sein.

Diese Grafik zeigt G.W.Bush als Beispiel für einen Manifestor. Die Definition für diesen Typ lautet, dass einer der 3 Motoren (Herz-, Emotional- oder Wurzelzentrum) mit der Kehle verbunden ist. Dann kann sich auf diesem Weg jederzeit die motorische Kraft manifestieren, ins Leben einbringen und umsetzen.
Aufgabe:  Sein eigenes Ding machen in einer selbstbestimmten Tätigkeit
Angst: Wird man mich machen lassen?
Emotionales Grundmuster: Wut und Zorn
Ursache der Wut: Verbote und Einschränkungen zur Kontrolle ihrer Unberechenbarkeit
Strategie: Die Anderen genau infomieren
Gewinn: verringerter Widerstand, Friede statt Auseinandersetzung


Der Typ des Generators
generator_d_lama_400Mit 70% der Bevölkerung dominieren sie die menschliche Gesellschaft. Man erkennt Generatoren am roten Sakralzentrum. Das garantiert eine lebenslängliche Verläßlichkeit in der Wahrnehmung und Umsetzung eigener Lebenskraft. Die Themen sind Fortpfanzung, Beziehungen, Selbstentfaltung im Sinne von Generieren, also schöpferischem Gestalten. In unserer Realität der Selbstunkenntnis reicht die Spanne  von selten zufrieden bis meistens tief frustriert und wird dann verkörpert durch die fleißige Arbeitsbiene und den Sklaven, wobei dessen Unterdrückung von außen kommt oder selbst inszeniert wird.

Das Sakralzentrum ist die mächtigste Kraftquelle des Menschen. Die Propaganda der manifestierenden Macher verführt Generatoren oft dazu, sich in der Verläßlichkeit und Ausdauer für die besseren Manifestoren zu halten. Sportlich gesehen ist es der Vergleich zwischen einem Sprinter, dem Manifestor und einem Marathonläufer, dem Generator.  Die Stärke des Generators liegt aber NICHT in der Aktion, sondern in der Reaktion. Dazu braucht es eine Frage oder eine Situation, auf die geantwortet und reagiert werden kann. Nur dann kann er seine Kreativität passgerecht entfalten.
Aufgabe: in der Reaktion aus eigener Kraft erschaffen
Angst: wird man mich fragen, wird mir die passende, aber dem Denken unbekannte, Situation begegnen oder sollte ich mich sofort entscheiden?
Emotionales Grundmuster: Frust
Ursache des Frusts: Langeweile, Ungeduld, fremdbestimmt, Nötigung, Mißbrauch von außen oder innen
Strategie: Antworten auf Fragen, reagieren auf Situationen, NICHTS initiieren!
Gewinn: Erfüllung, Selbstwert und Selbstverwirklichung

Die sakrale Baustimme
Offen geblieben ist die Frage, wer hier antwortet und wo das stattfindet. Über seine Belange  entscheiden kann nur das Sakralzentrum selbst. Dazu hat es eine Soundmaschine, die sich durch Schnurren und Knurren eindeutig artikuliert. Hierin liegt die Antwort auf die Frage, ob ich einer Sache meine Vitalität, meinen kostbarsten Besitz, zur Verfügung stelle oder nicht.
In der Praxis ist diese nicht korrumpierbare Stimme oft zugunsten einer verbalen Höflichkeitsfloskel ersetzt worden oder sogar widerlegt werden. So kann im obigen Bildbeispiel das Knurren zur eigenen Überraschung durch ein verbales Ja konterkariert werden. Was aber eine offene Kehle, gespeist von einem offenen Verstand ausspricht  (siehe Abschnitt 9), ist selten die eigene Wahrheit.
so archaisch die sakralen Geräusche auch sind, ihre Beachtung ist die Vorrausetzung für Gesundheit und Verhinderung von Frist.



Der Typ des Projektors
projektor_di_40020% beträgt ihr Anteil in der Bevölkerung. Projektoren sind sehr vielschichtig und komplex. Im Gegensatz zur Aktivität von Manifestor und Generator liegt ihre Stärke in der Passivität und beinhaltet immer Abhängigkeit von Anderen. Andererseits sind sie auf der Welt, um andere Menschen zu lenken und zu leiten. Aus diesem scheinbaren Konflikt entsteht Bitterkeit und Groll. Ich weiss und kann und möchte und bin doch nicht erfolgreich. Niemand schätzt mich und meine Fähigkeiten.

An diesem Beispiel von Lady Di sehen wir zwar rechts unten die vereinigte Power von 3 Motoren (siehe Abschnitt 8), aber keine verläßliche Umsetzung zum Kehlzentrum. Gleichsam in einem Auto sitzend mit 3 Gaspedalen bei laufenden Motoren fehlt das Getriebe, um die Kraft aud die Strasse zu bringen. Hier funktioniert kein einfaches Machen, reicht keine Reaktion, sondern braucht es die Aufmerksamkeit für die eigenen Qualitäten und die Einladung, sie zum Vorteil aller Beteiligten einzusetzen. Projektoren sind Dienstleister. Kein Steuerberater, Architekt oder Zahnarzt kann seinen Erfolg erzwingen. Er kann nur gut sein und warten.
Aufgabe: Energien Anderer, körperlich oder materiell, lenken und leiten
Angst: Werde ich in meinen Fähigkeiten erkannt?
Emotionales Grundmuster: Bitterkeit und Groll
Ursache  des Grolls: Fähigkeiten nicht selbst umsetzen können, Abhängigkeit
Strategie: Aufmerksamkeit erzeugen und auf die Einladung warten
Gewinn: Erfolg und Ansehen

Ein Leuchtturm
projektor_hans_400Auch diese Grafik zeigt einen Projektor und in ihrer Einfachheit seinen Wesenskern.

Das Bild assoziert einen Leuchtturm. Seine Aufgabe ist, die Schiffe mit seinem Licht zum Ziel zu bringen. Dafür muss er nichts tun, als  zu leuchten. Ein Projektor ist also nicht zum Arbeiten auf der Welt, wie etwa der Generator. Und seine größte Sorge ist, nicht gesehen zu werden. Deshalb ist es klug, sich dort aufzustellen, wo man schon aus großer Ferne gesehen wird. Dann werden viele den Dienst in Anspruch nehmen und dafür einen Obulus entrichten.
Wie in diesem Beispiel 4 offene Motoren (siehe Abschnitt 8 und 9) bedeutet nicht absolute Kraftlosigkeit, sondern, dass hier eine Füllstandsanzeige fehlt. Was an Stärke oder Schwäche empfunden wird, ist in Gegenwart anderer Menschen deren Energie.  
Deshalb kann die vermeintliche Schwäche dieser Grafik, nämlich keinen einzigen definierten Motor, in eine Stärke umgewandelt werden. Hier kann sicher wahrgenommen werden, wer die Menschen sind mit Kraft und Energie, auch in Form materieller Energie, die man so gerne lenken und leiten möchte.
Denn als oberste Regel für Projektoren gilt, dass nur die beim Gegenüber vorhandene Energie gelenkt werden kann. Auch das führt zu Groll und Bitterkeit, besonders, wenn der Projektor es besser weiß. Da ist nichts zu machen.


Der Typ des Reflektors
reflektor_jackson_400Mit 1% ist er eine Rarität unter den Menschen und deshalb mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgestattet. Mechanisch stehen sich nirgends 2 Themen so gegenüber, dass sie und ihre Zentren verläßlich miteinander kommunizieren könnten.
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An diesem Beispiel von Michael Jackson mag man sehen, wie schwierig so ein Leben sein kann. Etwas Eigenes ist hinter grenzenloser Konditionierung kaum zu finden. Das zeigt sich in diesem Fall an dem hilflosen Versuch, durch eine Unzahl von Schönheitsoperationen eine Identität zu schaffen. Das Lebensmuster ist die Ent-Täuschung. Ohne Kenntnis der Funktion offener Zentren entsteht immer wieder die Täuschung, irgendwo in sich irgendetwas Verläßliches, Festes als Fixpunkt gefunden zu haben. Mit dem Wechsel von Menschen und Zeiten wird diese Täuschung immer wieder aufgehoben. Ihr Wert liegt in ihrem Potential für totale Objektivität in ihrer Gemeinschaft. Dort sind sie die Seismographen, die jede Erschütterung registrieren. Sie spiegeln das Milieu. Geht es ihrer Gemeinschaft gut, dann geht es auch dem Reflektor gut. Leidet sein Umfeld, wird der Reflektor das zum Ausdruck bringen. Alle ihre Themen sind als Antennen ihre Informationsquellen.
Aufgabe: Mit Spezialauftrag die Gesamtsituation erfassen
Angst: Werde ich überhaupt wahrgenommen? Wo gehöre ich hin?
Emotionales Grundmuster: Enttäuschung
Ursache der Enttäuschung: ohne jede Identität keine Kontinuität und Sicherheit
Strategie: mit viel Zeit die Umgebung auf sich wirken lassen
Gewinn: Weisheit

Die Metapher der 4 Typen
Die 4 Typen bilden eine Fussballmanschaft. Die Stürmer und Brecher in vorderster Front sind die Manifestoren. Sie machen eigennützig ihr Ding. Die Verteidigung der Generatoren reagiert auf feindliche Attacken und eröffnet kreativ das eigene Spiel. Im Mittelfeld stehen die strategischen Projektoren, die in jeder Situation die Mannschaft lenken können. Und im Tor steht der Reflektor, der genau weiss, woran es vorne hapert und der dann Held oder Depp ist. Für ihn gelten Sonderregeln. Mit dem eigentlichen Spiel da vorne hat er nichts zu tun.

 

 
Gebrauchsempfehlung zu diesen Informationen über das HDS
Wie bei einem üppigen kalten Buffett empfehle ich, auch die Fülle dieser Informationen maßvoll zu genießen, Häppchen für Häppchen. Ansonsten droht Völlegefühl, Unverständnis und Unverdaulichkeit. Mit Augenmaß und Pausen zur Verdauung ist das gesamte Menue bekömmlich und Sie werden bis zum Dessert vordringen.
Diese Infos mögen Ihren Wissensdurst stillen und für Ihre Sehnsucht nach sich selbst ihren Nährwert entfalten.

Dies ist der zweite von drei Artikel zum HDS.


Der Autor:

Dr. Hans-Werner Janssen
Glückstädter Str. 37
24576 Bad Bramstedt

geschrieben von: Dr. Hans-Werner Janssen | am 05.01.2009