Die spirituelle Revolution

Erwachen Buddha - © Lisa Spreckelmeyer - pixelio.deDas Erwachen als Massenphänomen hat so seine Tücken
 

Unsere heutige Gesellschaft gleicht in religiöser Hinsicht ein bisschen der des römischen Reichs im vierten Jahrhundert: Da wurde eine gesellschaftliche Randgruppe zur religiös-ideologisch dominanten Gruppe, die dann anderthalb Jahrtausende sehr bestimmend war. Und auch mit der Entwicklung des Jazz und Rock zur Popmusik lässt sich der Vorgang vergleichen: Die heutige Popspiritualität ist ein Massenphänomen. Das darf uns durchaus begeistern! Bei so viel Pop, Kommerz und Masse braucht es aber auch ein paar kritische Stimmen – und »zweite Helfer«
 
Schon einige Male habe ich ein Connection-Heft mit dem Schwerpunktthema »Erwachen« oder »Erleuchtung« gemacht. Jedes Mal habe ich mich dabei gefragt: Was weiß denn ich davon? Wäre es nicht besser, jemand zu fragen, der darüber Bescheid weiß? Jemand, der sich da auskennt, der oder die »es« erfahren hat?! Diese Menschen würde ich dann befragen oder von ihnen Textausschnitte bringen über das Erwachen, die Erleuchtung, diesen hohen Gipfel am Ende der spirituellen Pfade – diesen Mount Everest unter den spirituellen Höhen, auf dem die Atemluft vielleicht schon zu dünn ist für mich, der doch nur die niederen Regionen gewohnt ist.
 
Wer weiß ...
Was aber, wenn ich bei einer solchen Befragung einem Scharlatan aufsäße, der behauptet erwacht zu sein, ohne es zu wirklich sein? Reingefallen auf einen Heuchler, einen Pseudo-Meister, einen Verkäufer von Illusionen? Selbst eine Beschränkung auf Buddha-Zitate wäre noch keine Lösung, denn auch bei diesem seit 2.500 Jahren und heute in aller Welt verehrten Meister muss ich entscheiden, ob ich ihm (und den Übersetzungen) trauen kann. Auch wenn Millionen Menschen Buddha für erwacht halten – sie können sie irren. Weisheit ist nicht demokratisch zu bestimmen.
Ich habe mich deshalb entschieden, bei dieser Untersuchung des »erwachenden Bewusstseins« sowohl Innenschau wie Außenschau einfließen zu lassen. Zum einen möchte ich berichten, was ich selbst weiß, verstehe, erfahren habe und erfahre, zum anderen das, was ich von anderen gehört habe und zu verstehen glaube, wenn ich ihnen zuhöre oder ihre Texte lese – von Menschen, die sich als erwacht oder erleuchtet bezeichnen oder von ihren Fans, Beobachtern oder Kritikern als solche bezeichnet werden.
 
Meine Erleuchtungsbiografie
Zunächst wieder etwas aus meinem Leben. Wenn ich eine Kurve zu zeichnen hätte, die auf der einen Koordinate mein Lebensalter zeigt und auf der anderen mein Interesse am Erwachen alias an der Erleuchtung, würde diese zum Alter von 22 hin steil ansteigen und einen Gipfel erreichen. Über das Alter von 23 und 24 Jahre würde sie noch auf hohem Niveau bleiben, um dann von dort aus allmählich abzufallen, bis sie in Richtung auf die Gegenwart gegen Null geht.
Was ist da passiert? Habe ich mich nach diesen Jahren höchster spiritueller Motiviertheit auf andere Ziele ausgerichtet? Waren da irgendwelche großen Enttäuschungen? Ein Hinwenden zu anderen Zielen war es in meinem Falle eigentlich nicht, sondern eher das Verschmelzen anderer Ziele und ganz alltäglicher Verrichtungen mit dem Streben nach Erleuchtung, das dann aber zu einem Streben nach Achtsamkeit, Wachheit oder Präsenz wurde. Enttäuschungen? Im Sinne von »Desillusionierung«, ja, da gab es Enttäuschungen, aber nicht im Sinne von Unglück. Diese Enttäuschungen waren keine Unglücksfälle, sondern eher so etwas wie in dem Märchen von »Hans im Glück«: Dort tauscht Hans die eine Last immer wieder gegen eine andere ein, den Goldklumpen gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh; jedes Mal wird es leichter, was er da zu tragen oder zu ertragen hat, bis er schließlich gar nichts mehr hat und sich leicht und frei fühlt.
 
Der gewisse Knick
Dass Erleuchtung als Ziel aus meinem Leben verschwunden ist, heißt aber nicht, dass es mir egal wäre, wie wach ein Mensch ist – und wie wach ich selbst bin, jeweils, von Moment zu Moment. Ich bin halt kein Erleuchtungsstreber mehr, so wie damals, als buddhistischer Mönch und als frisch gebackener Osho-Sannyasin.
Heute belustige ich mich über den »gewissen Knick« in der Biografie, wenn ich etwa in dieser Zeitschrift als Juxanzeige einen Hagiografie-Schreibkurs anbiete, in dem man lernt, seine eigene Biografie mithilfe eines Knicks in ein Vorher und ein Nachher einzuteilen. Da ist »es« passiert, das Unbeschreibliche, und wie bei den Fotos, die für eine Schlankheitskur werben, ist danach alles anders. Der Wettbewerb der von diesem Mysterium Ergriffenen besteht nun darin, wer das Unbeschreibliche als noch unbeschreiblicher anpreisen kann und darin der Ergriffenste und Sprachloseste ist. Solch religiöser Kitsch ist für einen Kabarettisten ja sehr leicht auf die Schippe zu nehmen.
 
Erwachen als transkulturelles Phänomen
Bei allem Spott über die hieraus entstandene spirituelle Szene und ihre Art der Selbstdarstellung bleibt jedoch etwas übrig: Es gibt solche Knicks. Sie sind von Individuum zu Individuum verschieden und auch von Kultur zu Kultur; auch deshalb ist ein Wort wie Satori so schwer zu übersetzen. Die deutschen Satsangfans würden sich von einem Begriff wie dem der »religiösen Umkehr« vermutlich mit Schaudern abwenden – das »Erwachen« auf dem Weg des Advaita Vedanta hat jedoch etwas von dem, was Christen und Juden oft schlicht »die Umkehr« nannten.
Vieles spricht dafür, dass es ein kulturübergreifendes Phänomen des Erwachens gibt. Das Erwachen aus einer Trance, die kulturell geprägt, aber von Kultur zu Kultur sehr verschieden ist. Das Aufwachen aus dieser Prägung ist ein entscheidender biografischer Schritt, ein Knick, eine Wende, ein Zu-sich-Kommen. Es kann jenseits aller kulturellen Grenzen, Prägungen, Konditionierungen, Bildungen und Indoktrinierungen Menschen miteinander verbinden, die vielleicht nicht einmal eine gemeinsame Sprache sprechen, denn nun sind sie zu ihrer Freiheit (von Prägungen und von Manipulierbarkeit) erwacht.
 
Lachen und Aufwachen
Das Aufwachen aus solch erziehungsbedingter Trance ist von Mensch zu Mensch verschieden. Vielleicht ist es mit dem Lachen zu vergleichen, dieser rhythmischen Zwerchfellerschütterung, dessen Auslöser ja auch sehr vielfältig und mysteriös sein können. Das Lachen kann ein Glucksen sein, ein Giggeln, vielleicht ist es auch nur ein in sich hinein Lächeln oder Schmunzeln, dann wieder ein lautes, schallendes Gelächter, ein Platzen vor lachen und sich schier totlachen, sich nicht halten können vor lachen.
Auch das Lachen kommt oft unerwartet, und seine Ursache ist eine Überraschung. Die Pointe, die bei einem Witz das Lachen auslöst, gibt der erzählten Geschichte eine unerwartete Wende, und wenn die damit verabreichte Ent-täuschung der Erwartung groß genug ist, kann auch hier das Vorher und Nachher sehr verschieden sein. Es gibt große und kleine Satoris, so wie es großes und kleines Gelächter gibt, große und kleine Orgasmen, und alle diese Ekstasen sind kopflos erschütternd und in den stärkeren Fällen irreversibel, dass heißt: Nichts ist danach mehr so ganz wie vorher – zumindest erscheint es zunächst so. Aber das Alte ist mächtig; auch so manche politische Restauration hat es geschafft, das Ergebnis einer Revolution fast zu annullieren.
 
Mehr oder weniger erleuchtet
Gautama Buddha, der vor gut 2.500 Jahren in Nordindien lebte, hat das Erwachen als das Ende des Leidens bezeichnet. Viele derer, die sich heute als erwacht bezeichnen, leiden aber – noch. Heißt das, sie sind noch nicht wirklich erwacht? Haben sie vielleicht nur einen Vorgeschmack auf das große Erwachen bekommen, einen gewissen Einblick erfahren, aber noch nicht die ganze Wahrheit? Wilbers Modell der verschiedenen Linien, auf denen ein Mensch mehr oder weniger entwickelt, mehr oder weniger erwacht sein kann, wie Torsten Brügge es in der connection 05/06/2013 auf den Seiten 38-41 darlegt, bietet ein viel differenzierteres Bild vom Erwachen als die platte These von Entweder-du-hast-es-oder-du-hast-es-nicht. Ein bisschen schwanger, das gibt's nicht – ein bisschen erleuchtet, das schon.
 
Das blaue Blut der Erleuchtung
Wenn in der deutschen Satsangszene vom Erwachen die Rede ist, kommt mir das oft so vor wie das Erschaffen eines Bedarfs, der vorher, ohne diese Rede vom Erwachen, noch gar nicht da ist. Vor allem Frauen suchen eher Liebe, Glück, Gesundheit, Schönheit und schmerzfreies Wohlbefinden: »Erleuchtung? – kein Interesse, das musst du woanders verkaufen!«
Wenn du noch nicht weißt, dass es das gibt, sehnst du dich auch nicht danach und vermisst nichts. Kommt jedoch ein spiritueller Lehrer daher und erzählt dir, dass es da etwas gibt, das du noch nicht hast, etwas Großartiges, das unermesslich begehrenswert ist, willst du es natürlich auch haben. Dann wirst du sein Schüler, und der Guru hat was zu tun, sein Leben hat Sinn, und er hat sich mit dir als einer seiner Schülerinnen vielleicht auch noch eine ökonomische Basis geschaffen.
So entsteht erneut eine zweigeteilte Gesellschaft. Einst war sie geteilt in Adlige und Bürgerliche, bald (in der spirituellen Szene schon heute) wird sie erneut geteilt sein in zwei Klassen, diesmal in die Erwachten und die nicht Erwachten. Die einen haben es, das blaue Blut der Erleuchtung, die anderen nicht.
In ein paar Jahren wird Ken Wilbers differenzierte Darstellung der Entwicklungslinien allerdings Allgemeingut sein, vermute ich, so ähnlich wie heute Freuds Theorie des Bewussten und des Unbewussten, die ja nicht nur unter Psychologen, sondern ganz allgemein Standard ist – im vorfreud'schen 19. Jhd. war das noch keineswegs der Fall.
 
Die Einbildung »Ich hab's!«
Vor ein paar Jahren gab ich Jahrestrainings, die aus elf Kursen bestanden, vom Visionquest bis zum Abschlusstheater. Einer dieser Kurse war eine verkürzte Form des aus Kalifornien stammenden »Enlightenment Intensive« – ein Begriff, der natürlich Erwartungen weckt. So wurde dann dort auch fleißig meditiert und sich gegenseitig Fragen gestellt: »Wer bist du? Sage mir, wer du bist!« Der Kurs war noch nicht mal halb rum, da gab es schon zwei, die mir signalisierten »Ich hab's!«. Sie saßen einfach nur da, strahlten in alle Richtungen und sagten nichts mehr oder nur noch Unsinn.
Was sollte ich tun? Ich war hier schließlich der Kursleiter. Sollte ich sie nun aus der Struktur herausholen, sie so gewissermaßen vor den anderen adeln als diejenigen, die es geschafft hatten und diese doch nun wirklich ziemlich blöde Übung nicht mehr machen mussten? Ich zögerte. Ich schickte sie dann, so gut es ging, in die Struktur zurück mit den Worten: »Mach es spielerisch!« und ins Ohr flüsterte ich ihnen sowas Ähnliches wie: »Du weißt ja jetzt, dass du frei bist!«
Der Hauptgrund sie nicht zu »adeln« war die von mir befürchtete soziale Wirkung. Es hätte der Gruppe nicht gut getan, zwei so herauszuheben, und ihnen selbst wahrscheinlich auch nicht. Als erwacht zu gelten, damit muss man auch umgehen können. Solch eine »Einbildung« kann die eigene Entwicklung blockieren, denn nun denkst du »Ich hab's!« und glaubst vielleicht, dich nun nicht mehr entwickeln zu müssen, was dich unter Umständen zu einem sozialen Kotzbrocken machen kann. Als mich der Erleuchtungswahn zum ersten Mal ereilte, war ich 22 Jahre alt, buddhistischer Mönch im Theravada-Training und somit den 227 Regeln der Bhikkus unterworfen. Eine dieser Regeln sagt, dass du die Stufe, die du auf dem spirituellen Weg erreicht hast (oder erreicht zu haben glaubst), nur deinen Mitmönchen mitteilen darfst, niemand anderem. Durchaus ein kluger Rat, das finde ich auch heute noch.
 
Der Guru als Herzöffner
Es gibt aber nicht nur die Negativ-Seite der Selbstdarstellung von Erwachten, ihre Eitelkeit. Es gibt auch mehrere positive Seiten. Zum einen ist es eine Mutprobe für einen Erwachten, in aller Öffentlichkeit zu seinem eigenen Erwachen zu stehen – eine Mutprobe und ein Test, der eigene Schwachstellen ans Licht bringen und Heuchelei erschweren kann, man wird ja nun sehr genau beobachtet. Außerdem gibt es für den Erwachten als Lehrer diese riesige Chance der Wirkungsverstärkung: Menschen sind gegenüber einem Menschen, den sie für erwacht halten, in viel größerem Maß bereit, seine Aussagen für wahr zu nehmen; von keinem anderen Menschen würden sie eine Aussage so sehr ernst nehmen. Da wird auf einmal ein Lehren möglich wie nie zu vor. Da kannst du als Lehrer Sachen sagen (welcher Lehrer auf unseren Schulen würde sich das nicht wünschen …), die tief in die Seele dringen, dort wirken und den Menschen, deinen Schüler, verwandeln. Wenn du dabei Stuss redest, kannst du viel kaputt machen. Wenn du aber gute, kluge Sachen sagst, voller Liebe und Ermutigung, dann ist die Wirkung wunderbar heilend und vielleicht sogar ein bisschen erleuchtend.
 
Der erwachte Heilpraktiker
Es gibt auch eine soziale Negativseite: Man kann heutzutage als Coach, Lebensberater oder  Heilpraktiker kaum mehr wirken, ohne wenigstens anzudeuten, dass man erwacht ist oder aber das Erwachen für Blödsinn hält, also »darüber hinaus ist«. Die Konkurrenz ist ja sehr groß. »Warum sollte ich in meiner Lebenskrise, wenn ich schon Geld ausgebe und Zeit verschwende, nicht zu einem erwachten Berater gehen? Die noch Schlafenden können mir eh nichts mehr geben – mir, der ich längst kurz vor dem Erwachen stehe, mir fehlt ja nur noch ein kleiner Kick.«
So freuten sich in Europa Jahrhunderte lang auch geadelte Bürgerliche, die den Kult ums blaue Blut längst durchschaut hatten. Es brachte einfach etwas an gesellschaftlichem Renommée. Die Queen adelt sogar heute noch. Sie hat auch die Beatles geadelt (durch den MBE-Orden) und im Jahr 2003 die Stones: Da wurde Mick Jagger, dieser wilde Bandleader von den Rolling Stones (»I can't get no satisfaction«), von ihr, vertreten durch Prinz Charles, im Buckingham-Palast zum Ritter geschlagen, er darf sich nun »Sir Mick« nennen.
 
Wird jetzt alles besser?
Heute freuen sich viele, dass nach der Öko-Bewegung nun auch die spirituelle Bewegung so weite Kreise zieht. Zeitschriften wie Happinez und Happy Way bedienen diesen Markt (jetzt noch fast ausschließlich für Frauen), und auch die nicht-spirituellen Medien des Mainstreams berichten immer mehr und immer positiver über Spontanheilungen, Meditation und spirituelle Aufbrüche aus Lebenskrisen, wie es vor Jahren noch undenkbar war. Und doch ist meine Freude über diesen Vorgang von einigen Zweifeln getrübt.
Hat denn der Aufstieg des Christentums, wie er im vierten Jahrhundert nuZ im römischen Reich stattfand, von einer verfolgten Minderheit erst zu einer akzeptierten Religion, dann zur Staatsreligion, das Leben der Menschen verbessert? Hat dieser Aufstieg das Leben dort und damals wenigstens »spiritueller« gemacht? Dabei war Jesus doch ein großartiger Guru, wie sie nicht alle naslang auftauchen. So viel Weisheit, Hingabe und Authentizität (walk your talk), wie er sie hatte, das muss man erstmal finden. Und er war großzügig im Lehren, man durfte ihm zuhören ohne dafür zu bezahlen, nicht einmal ein Spendentopf für den »Energieausgleich« stand bei der Bergpredigt herum. Für seine Botschaft riskierte er sogar sein Leben, er opferte es, so »authentisch« war er. Müsste nicht das Reich Gottes auf Erden in nullkommanichts zu uns kommen, wenn der Glaube an jemand wie ihn zur Staatsreligion wird?
Leider ist das keineswegs der Fall. Es wurden dann nämlich statt der Christen bald die Nicht-Christen verfolgt, und der Fundamentalismus der Christen, ihre Bigotterie und ihr »spiritueller Materialismus« dominierten das Mittelalter und auch danach noch Jahrhunderte lang die Kolonialisierung der Welt. Deshalb habe ich unter den Sketchen meines Esoterik-Kabarett-Stücks »Alles ist eins« eine Reise in die Zukunft eingefügt, in der ich die Tagesnachrichten aus dem Jahre 2033 verlese. Da ist Esoterik zur Weltreligion geworden. Negatives Denken wird nun strafrechtlich verfolgt, und wer »noch im Kopf ist«, wird verhaftet.
 
»Zweite Helfer«
Manche Entwicklungen kann man voraussehen, auch wenn man sich damit inmitten einer vorherrschenden Euphorie nicht beliebt macht. Kurt Tucholsky und Silvio Gesell haben den Zweiten Weltkrieg vorausgesehen und davor gewarnt. Leider hat ihnen kaum jemand zugehört. Doch historische Vergleiche sind nur historische Vergleiche. Es kann immer auch anders kommen. Vielleicht lernen die Massen von heute ja zu unterscheiden zwischen echter Religiosität und Pseudoreligiosität, wer weiß, es passieren doch immer auch Wunder.
Auf jeden Fall braucht es nun »Zweite Helfer«, die »die Wahrheit freischlagen«, wie Eli Jaxon Bear das in der connection 05/06 2013 beschreibt. Oder Menschen wie Abdi Assadi (mein Interview mit ihm findet ihr auf connection.de) und viele andere, die dabei helfen, das Echte vom bloß Imitierten zu unterscheiden. Auch das »Forum Erleuchtung«, eine Berliner Initiative, die sich vorgenommen hat, den Mythos Erleuchtung zu dekonstruieren, will dazu beitragen (www.forum-erleuchtung.de).
 
 
Wolf Schneider, Jg. 1952. Autor, Redakteur, Kursleiter. Studium der Naturwissenschaften und Philosophie (1971-75) in München. 1975-77 in Asien. 1985 Gründung der Zeitschrift connection. Seit 2008 Theaterspiel & Kabarett. Kontakt: schneider@connection.de.

geschrieben von: LADEVA | am 05.07.2013