Fasten und Wandern

Ein besonderes Erlebnis für Körper, Geist und Seele

fastenwandern_1Fasten hat eine uralte Tradition. Es wurde und wird sowohl aus religiösen oder allgemein spirituellen, vor allem aber auch aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt.

Fasten diente ganz allgemein dazu, sich Gott oder den Göttern näher zu fühlen und durch Verzicht auf weltliche Dinge eine Erweiterung des geistigen Bewusstseins zu erfahren. Besonders wichtig war dieses vor allem für Menschen, die kultische Akte durchzuführen hatten, wie Priester, Schamanen, Medizinmänner. Nur so konnten sie ihre Kräfte konzentrieren und weitere magische Fähigkeiten aktivieren.

Durch das Fasten sollte in vielen Religionen der Körper vor wichtigen rituellen Handlungen gereinigt werden.

Und: Fasten scheint so alt wie die Menschheitsgeschichte zu sein.

Moses fastete 40 Tage auf dem Berg Horeb, die alten Inder fasteten 30 Tage, Gandhi fastete für sein Volk, die alten Germanen legten einen Fastentag in der Woche ein, Jesus verbrachte 40 Tage in der Wüste und fastete.

Mohammed predigte: »Beten führt uns auf halben Weg zu Gott - Fasten bringt uns an die Tür des Himmels!«

Dr. Otto Buchinger erkrankte 1917 nach einer Mandelentzündung an schwerem, akutem, dann in chronischen Zustand übergehenden Gelenkrheuma. Er überlebte nur knapp, war verkrüppelt, konnte nur noch an zwei Krücken gehen und wurde als fast vierzigjähriger Generaloberarzt als Invalide entlassen.

Ein Freund riet ihm: Du musst fasten! Und Dr. Buchinger fastete mit großem Erfolg, schon der erste Fastenverlauf (19 Tage) brachte eine deutliche Besserung, und das zweite Fasten (28 Tage) Heilung.

Er selbst sagte: »Diese Kur von 19 Tagen rettete mir wahrscheinlich Existenz und Leben. Ich war schwach, mager, aber ich konnte wieder alle Gelenke bewegen.«

Dieses Erlebnis und Ergebnis dieser »stärksten aller Kuren« bestimmten den weiteren ärztlichen Weg Dr. Buchingers. Durch diese Erfahrungen setzte sich Dr. Buchinger mit großem Erfolg für das Fasten in Deutschland ein.

Fasten heißt:
Fasten und Wandern
fastenwandern_2In der Literatur findet man immer wieder die Geschichte, dass 40 Schweden von Göteborg nach Stockholm in 10 Tagen (täglich 50 km) gewandert sind. Sie haben während ihres Fastenmarsches nur Wasser zu sich genommen und sind fit, voller Kraft und vermehrter Energie am Ziel angekommen. Fastenwandern ist eine ideale Kombination und unterstützt den gesamten Reinigungsprozess. Das Wandern begünstigt eine ideale Blutzirkulation und stabilisiert den Kreislauf. Es erleichtert das Fasten und verstärkt seine körperlichen und psychischen Wirkungen. Fasten und Wandern bedeutet:
Fastenerfahrung von Romano Guardi (1885 - 1968)
»Beim Fasten geht etwas Innerliches vor sich. Der Körper wird gleichsam aufgelockert. Der Geist wird freier. Alles löst sich, wird leichter. Last und Hemmungen der Schwere werden weniger empfunden. Die Grenzen der Wirklichkeit kommen in Bewegung: Der Raum des Möglichen wird weiter, der Geist wird fühliger. Das Gewissen wird hellsichtiger, feiner und mächtiger. Das Gefühl für geistige Entscheidungen wächst.«

Fotos: Christine Adler

geschrieben von: Christine Adler | am 28.07.2009