Ayurveda und die Nahrung

ayurveda_1_angela_schachtEs gibt Menschen, die essen Kuchen, Schokolade und Butter unberücksichtig von Zeitpunkt und Menge. Unverständlich ist, dass sie bei diesem Ernährungsstil trotzdem schlank sind und bleiben.

Die meisten Menschen jedoch versuchen immer wieder das vorhandene Gewicht zu reduzieren. Eine Erklärung für Übergewicht wird oft in den Genen, also der Präposition, gesucht. Sicher ist dies ein Faktor, der nicht unberücksichtigt bleiben kann. Schaut man auf die Nachkriegszeit kann erkannt werden, dass trotz „familiärer Belastung“ die Menschen in dieser Zeit schlank waren. Es bleibt die Frage offen, warum Menschen nährstoffreiche Nahrung - unterschiedlich „verwehrten“.

Denn ohne Zweifel gibt es sie...

...die „Schokoladeessenden Schlanken“.

Wenn die Nahrungszufuhr größer ist als der Energieverbrauch, entsteht Übergewicht. Diese Gleichung stimmt offensichtlich nicht in jedem Fall.
Ayurveda hat außergewöhnliche Sichtweisen und Erklärungen in Bezug auf die Nahrung. Das ayurvedische Gesundheitssystem klassifiziert Menschen in drei Konstitutionen.

Der Vata-Typ
Menschen mit einer Vata Konstitution haben einen leichten Körperbau. Sie nehmen schwer zu. Vata Menschen sind kreativ, flexibel, eloquent, innovativ, lebendig und wach - mitunter ein wenig chaotisch. Sie haben oft eine Abneigung gegen kaltes Wetter. Der Appetit und die Verdauung sind wechselhaft.

Der Pitta-Typ
Menschen mit einer Pitta Konstitution, haben eine mittlere Statue. Sie sind sehr intelligent, scharfsinnig, ehrgeizig und gute Redner. Sie suchen Herausforderungen und übernehmen gerne Führungsaufgaben. Ein gutes Organisationstalent und hohes Energieniveau gehören zu den Stärken. Der Appetit ist vermehrt, sie bevorzugen oft große Mengen an Nahrung.

Der Kapha-Typ
Menschen mit einer Kapha Konstitution, haben einen stabilen, schweren Körperbau. Sie sind methodisch, geduldig, ausdauernd, tüfteln gerne, planen und organisieren. Eine ausgeglichene Persönlichkeit gehört ebenfalls zu den Stärken. Routine wird als angenehm empfunden. Der Hunger ist mäßig. Sie sind die typischen Genießer. Der Schlaf ist tief und lang. Wärme wird als wohltuend empfunden.

Bei den Eigenschaften und Merkmalen der beschriebenen Konstitutionen wird deutlich, dass Menschen unterschiedliche Ernährungsempfehlungen „benötigen“.

Gerade dann, wenn die Konstitutionen ins Ungleichgewicht gekommen ist und der Mensch sich unwohl fühlt oder ernährungsbedingt erkrankt ist.

ayurveda_2_angela_schachtAyurvediche Ernährungsempfehlungen sind auf die individuelle Konstitution angepasst. Dabei wird der Geschmack der einzelnen Nahrungsmittel (süß, sauer, salzig, scharf, bitter oder zusammenziehend) berücksichtigt. Ebenfalls wird geklärt, ob es sich um schwere oder leichte Nahrungsmittel handelt, um solche, die Hitze oder Kälte erzeugen oder um ölige, trockene, flüssige oder feste. Bei diesen Merkmalen wird deutlich, dass Ernährungsempfehlungen sehr vielschichtig sind.

Die Auswahl der Nahrung sollte nicht (nur) darauf ausgerichtet sein, Körperaufbau und Funktonen zu gewährleisen. Für einen gewissen, absehbaren Zeitraum bestimmte Nahrungsmittel einzuschränken oder wegzulassen um dem gängigen Schönheitsideal nah zu sein, fördert den sogenannten Jojoeffekt.

Eine Ernährungsform die auf Verzicht basiert und nicht auf dem Erkennen, was dem Körper bekommt, hat langfristig wenig Erfolg.

Die Ernährung bildet die Basis unserer Gesundheit die es zu erhalten oder zu erwerben gilt. Nahrung speist Körper, Geist und Seele – sie kann krankmachen oder jede unser Zellen in so ausreichender Form nähren, dass es dem Menschen in seiner Gesamtheit und Einzigartigkeit gut geht.

geschrieben von: Angelika Schacht | am 22.02.2010