Das Tabu Geld und die Wiedergeburt der Großen Mutter

eramo_geld_1_400Geld ist das letzte große Tabu unserer Kultur. Neben Sex und Tod ist Geld das Attribut des mächtigen Archetyps der Großen Mutter. Dieser Archetyp gehört zur seelischen Grundausstattung des Menschen und ist uns als Instinktenergie angeboren. Die Große Mutter ist das Symbol der Natur, der Fruchtbarkeit und des Überflusses. Sie wird jedoch in unserer Kultur seit 3000 Jahren systematisch unterdrückt. Sie ist sogar soweit aus unserer Gesellschaft und unserem Bewusstsein verdrängt, dass sie nicht einmal mehr in unseren Mythologien vorkommt. Und dennoch hat sie nichts von ihrer Wirksamkeit verloren. Eine Instinktenergie kann nicht verschwinden. Wird sie verdrängt, äußert sie sich in ihren Schattenseiten: In diesem Fall Knappheit und Gier.

Knappheitsmentalität und Gier: Diese beiden Emotionen haben unser patriarchales Zinsgeld geformt, dass nur die Reichsten begünstigt, anstatt Wohlstand für alle zu schaffen. Die Gier ist als der Zinseszins in das Geld eingebaut und sorgt für Knappheit bei all denen, die von ihrer Arbeit leben müssen. Die Geldvermögen der wenigen Reichen sind dann die Schulden aller anderen. Und die darin steckende Dynamik lässt unser System periodisch kollabieren: So, wie wir es gerade wieder einmal erleben, bzw. erleiden.

Unser Verharren auf der von Angst diktierten Ebene zwischen Knappheitsmentalität und Gier, bewirkt, dass sich diese beiden mentalen Zustände gegenseitig verstärken: Die Angst vor Knappheit erzeugt die Gier und diese wiederum die Knappheit, sodass die Angst vor Knappheit wohl begründet scheint. Hineingeboren in eine solche Welt, und durch sie konditioniert, übertragen sich die ins Geld eingebauten Prinzipien von Knappheit und Gier auf uns als Emotionen. Knappheitsmentalität und Gier sind so allgegenwärtig, dass wir diese Eigenschaften als normal und im nächsten Schritt sogar als natürlich ansehen.

Sensiblere Naturen erleben ihr durch Knappheit und Gier gesteuertes Verhalten als durchaus leidvoll und peinlich. Es verursacht ihnen Schuldgefühle und  nährt den  Verdacht, wir seien eine Fehlkonstruktion der Natur.

Inzwischen begreifen aber immer mehr von uns, dass wir eben nicht diejenigen sind, für die wir uns bisher immer gehalten haben. Viele hören einfach auf, den Anklagen und Beschuldigungen ihres Verstandes weiterhin Glauben zu schenken; sie geben die Identifikation mit ihrer Denkmaschine auf.
 
Und in diesem Erwachensprozess, der nach und nach unsere wahre Natur zum Vorschein bringt, verlieren wir auch unsere materiellen Existenzängste. Allerdings ist das Geldtabu ein äußerst hartnäckiges. Denn die verführerische Idee, durch Reichtum Sicherheit gewinnen zu können, ist eine echte Falle. Auch ein spirituell Fortgeschrittener kann der Angst erliegen, wegen Geldmangel nicht mehr am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Denn ein zugedrehter Geldhahn heute, löst die gleiche archaische Furcht aus, die früher mit dem Ausschluss aus einem Stamm verbunden war. Denn dies kam gewissermaßen einem Todesurteil gleich.

Aber alle materiellen Existenzängste und Sorgen fangen an, sich aufzulösen, wenn wir uns  bewusst wieder mit der Großen Mutter verbinden. Die Große Mutter ist eine Instinktenergie, die jedem Menschen angeboren ist und damit zu seiner seelischen Grundausrüstung gehört. Wir re-integrieren diese Instinktenergie, indem wir zum einen unsere Angst vor Knappheit und unsere Gier zur Kenntnis nehmen, konfrontieren und annehmen und gleichzeitig sehen, dass sie lediglich die Schatten der ins Unbewusste verdrängten Großen Mutter sind. Die Große Mutter ist die Göttin, welche uns die längste Zeit in unserer evolutionären Entwicklung an herausragender Position begleitet hat. Und nun beginnt ihr großes Comeback - auf einer neuen Stufe der Evolution.

Die Re-Integration der Großen Mutter bewirkt in uns die Selbstverständlichkeit eines Lebens in Fülle und zwar unabhängig von den äußeren Bedingungen. Wenn wir uns mit dieser alten Kraft neu verbinden, stehen wir archetypisch wieder auf beiden Beinen und gehen mit großer Stabilität durch unser Leben.

Auch wenn die derzeitigen finanziellen Zusammenbrüche große Erschütterungen bewirken, so sind sie doch gleichzeitig der Beginn eines Goldenen Zeitalters. Denn die derzeitige Megakrise ist eine patriarchale Krise, und wird als globale Verengung zum Geburtskanal der Großen Mutter.

In der Rückschau werden wir erkennen, dass der Preis für unser neues Bewusstsein  nicht zu hoch gewesen ist, denn womit wäre ein erlöstes Dasein zu bezahlen, welches die lustvolle Fortsetzung der Gattungsevolution auf diesem und anderen Planeten ermöglicht. Bei der Entfaltung des neuen Zeitalters werden die Verehrung des Weiblichen, zinsfreies Geld, nachhaltiger Wohlstand für alle und das Umschalten auf bewusste Evolution wichtige Merkmale sein.

 

geschrieben von: | am 16.10.2009